Rund 1,3 Millionen Urlauber kommen inzwischen jährlich auf die Insel Sri Lanka. Der Inselstaat im Indischen Ozean, unweit von Indien gelegen, hat dabei jede Menge durchgemacht. Von 1983 bis 2009 herrschte im Norden und im Osten des Landes Bürgerkrieg. 2006 nahmen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Singalesen und Tamilen noch einmal zu. Die Infrastruktur im Land war zu dieser Zeit sehr rückständig im Vergleich zu manch anderem asiatischen Land und dennoch boomte die Wirtschaft. Sogar die Arbeitslosigkeit konnte während des mehr als 30jährigen Bürgerkrieges reduziert werden. Die Bevölkerung war dabei nicht einmal so arm, wie man das von einem Bürgerkriegsland erwartet hätte. 2006 lebten aber 25 Prozent der Einwohner der Insel unter der Armutsgrenze, hatten nicht mehr als 2000 Rupien pro Monat zur Verfügung. Die Regierung in Colombo tat dabei alles, was sie konnte, um die Inflation-Auswirkungen so gering wie möglich zu halten für die Bevölkerung, gab auch Subventionen auf Grundnahrungsmittel.

Foto: mikmad  / pixelio.de
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Kaum Investitionen möglich

Investitionen waren von Seiten der Regierung aber nicht zu erwarten. Aus diesem Grund blieben auch der Ausbau des Tourismus in den nicht vom Bürgerkrieg betroffenen Regionen im Westen und im Süden aus, ebenso wie Investitionen in Straßenbau, Bildung und Gesundheit. An ausländische Investitionen war mehr als 30 Jahre lang auch kaum zu denken. Einzig der Export von Tee bildete das Rückgrat des Landes. Denn kein europäisches Land wollte auf den berühmten Ceylon-Tee verzichten. Wegen des Bürgerkrieges platzte vor allem die Hauptstadt Colombo aus allen Nähten. Denn Landflucht war etwas, was eine Folge des Bürgerkrieges war. In der Stadt zumindest war man vor den direkten Angriffen der Tamilen sicher. Es gab aber viele tödliche Anschläge durch die Rebellen.

Bis 2020 soll alles anders werden

Seit 2009 schweigen auf der Insel die Waffen. Nachdem die Versorgungswege der Tamilen abgeschnitten wurden, willigten diese in die Waffenruhe ein. Doch dies genügte den ausländischen Investoren, um auf die Insel nach Jahrzehnten zurückzukommen und neu zu investieren. Im Jahr 2010 war der Tourismus schon wieder soweit ausgebaut, dass es möglich war rund 125.000 Arbeitsplätze in diesem Wirtschaftsbereich zu schaffen. Bis 2020 sollen in der Tourismus-Branche rund 500.000 Menschen Arbeit gefunden haben.